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19.6.2018 Hat Löw einen Masterplan oder droht der Generation Südafrika das Vorrundenaus?

Nach der Niederlage der Mannschaft gegen Mexiko wird Ursachenforschung betrieben. In der Neuen Zürcher Zeitung psychologisiert Stefan Osterhaus: „Wie es scheint, hat das Team ein Problem, wie es mit allzu viel Lob umgehen soll. Noch immer sind Stützen von damals dabei, unter ihnen Khedira, Özil, Müller, Boateng und Hummels. So kann man sich vielleicht vorstellen, was all die Beweihräucherungen für den Titelverteidiger bewirkt haben, zu dessen grossen Stärken ganz sicher nicht die Demut zählt.

Eher biologisch begründet sieht Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung die spielerische Blamage des Teams: „Dass diese so wunderbar ballsichere, technisch exquisite Weltmeister-Elf neuerdings dauernd Bälle herschenkt, könnte das erste Zeichen allmählich einsetzender Überforderung sein. Im Moment wirkt es so, als seien die reiferen Herren der Generation Südafrika im Grenzbereich angekommen: Sie haben Mühe, die Geschwindigkeit junger, wilder Gegenspieler aufzunehmen, sie haben in den Weiten von Europas Fußballfeldern ein bisschen Denk- und Handlungsschnelligkeit eingebüßt.

Nicht nur nach der Niederlage gegen Mexiko herrschte bei den Verantwortlichen eher Sprachlosigkeit, sondern auch beim Krisenmanagement zum Foto-Shooting mit dem türkischen Präsidenten, beklagt Hasso Mansfeld in der taz: „In der Causa Gündoğan-Özil-Erdoğan gab es bis heute keine veritable Aufarbeitung durch den DFB und die Spieler. Nichts wurde klargestellt, Özil ist sogar völlig in der Versenkung verschwunden. Gündoğan kommunizierte auf Schmalspur via Twitter, und der DFB wollte am liebsten kein Wort mehr darüber verlieren, wollte indes viel lieber der Schiedsrichter sein, als Verantwortung übernehmen für das Verhalten seiner Spieler.

Passend dazu diagnostiziert Günter Klein zur Lage der Nationalelf im Münchner Merkur: "Es ist nicht nur die Mannschaft, die kriselt, es ist der gesamte Deutsche Fußball-Bund."

Auch am Tisch der ARD-Talkshow „Hart aber fair“-wurde das Auftakt-Desaster der deutschen Nationalmannschaft analysiert. Mit am Tresen saß Ex-Profi und Fußballtrainer Mario Basler. Dirk Brichzi zeigt sich bei Spiegel Online wenig begeistert von dessen Einlassungen: „Für einige Zuschauer mag er noch einer der letzten Typen in dem glattgebügelten Fußballgeschäft gewesen sein, der schon immer tolle Sprüche klopfte und auch nach seiner aktiven Karriere nie ein Blatt vor dem Mund nahm. Mittlerweile geht es ihm offensichtlich nur noch darum, noch hohlere Phrasen zu dreschen und noch absurdere Vergleiche heranzuziehen.

Die ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann wird in den sozialen Medien aufs Übelste beleidigt. Gerhard Pfisterer stellt sich in der Stuttgarter Zeitung vor die Reporterin: „Man kann Claudia Neumann ankreiden, Situationen falsch eingeschätzt zu haben. Doch es lässt sich ganz sicher nicht behaupten, dass sie zu wenig Ahnung von Fußball hat. Und sie als Frau in ihrer Rolle abzulehnen wäre so fortschrittlich, wie nach dem deutschen Abwehrdebakel zum WM-Auftakt gegen Mexiko die Rückkehr zum ­Libero zu fordern.

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